Klirrende Stäbchen und jazzige Improvisation bei Johannes Claassen und Malte Klingenberg
In eine ganz ungewöhnliche Klanglandschaft wurden die Besucher des Percussion-Konzerts amm 21. Juni im Autohaus Ruhe entführt. Zahlreiche Instrumente wie Marimbaphon, Vibraphon, Schlagzeug, Trommeln, ein Flügel und klingende Röhren aller Art wurden von zwei jungen Musikern bespielt. Johannes Claassen, virtuos wechselnd zwischen den verschiedenen Schlaginstrumenten, und der Pianist Malte Klingenberg als kongeniales Duo unterhielten das Publikum mit einem abwechslungsreichen Mix aus Werken zwischen notierter Komposition und jazziger freier musikalischer Gestaltung. Man spürte ihre Freude am Spiel und den Spaß, den sie bei der Improvisation hatten, auch wenn es im Gebäude heiß war „wie in einem Backofen.“ Witzig auch, wie Claassen es mit Hilfe einer Schere, mit der er passend im Rhythmus immer wieder einzelne Fäden eines Mobiles durchschnitt, es schaffte, dass Mikadostäbchen einzeln klingend zu Boden fielen und er so für einen besonderen Hingucker sorgte.
Der junge Schlagzeuger moderierte zwischen den Musikstücken und unterhielt die Zuhörer mit Erläuterungen, z. B. der mythischen nordische Sage vom Schiff, dass aus den abgeschnittenen Nägeln der Toten gebaut wird und, sobald es fertig werden sollte, den Weltuntergang einläutet. Dies wurde musikalisch umgesetzt in „Nail Ferry“, komponiert von John Psathas, mit ungewöhnlichen atmosphärischen Klangeffekten.
Besonders in „View from Olympus“ im zweiten Teil zeigte sich die Klasse der beiden Musiker. Komplexe Rhythmen, schnelle und langsame Passagen und ein breites Spektrum an Klangfarben wurden mit Präzision und Konzentration gemeistert. Einfach großartig, wie die Zuhörer fanden und die Musiker mit langanhaltendem Beifall belohnten.